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A 44 Rheinquerung Ilverich Tunnel Rheinschlinge, Tunnel Strümp

Die Rheinquerung Ilverich schließt mit der nördlichen Umgehung der Landeshauptstadt Düsseldorf den Autobahnring um einen hochverdichteten Siedlungs- und Wirtschaftsraum. Sie verknüpft die links des Rheins gelegenen Gewerbegebiete mit dem Rhein-Ruhr-Flughafen und der Messe und erfüllt mit ihrer Ost-West -Ausrichtung auch eine wichtige überregionale Funktion. Durch diesen Lückenschluss werden auch der innerstädtische Verkehr in Düsseldorf und Neuss und hier besonders die Rheinbrücken entlastet. Die wesentlichen Bauwerke des 5900 m langen Streckenabschnitts sind die Rheinbrücke mit einer Gesamtlänge von 1289 m (davon 288 m Strombrücke) und die in offener Bauweise zu erstellenden Tunnel Rheinschlinge und Strümp. Aufgrund der erwarteten Verkehrsbelastung von 75 000 Kfz/24 Std. im Jahr 2010, werden die Querschnitte für beide Tunnel aus 3 Fahrstreifen und einem Standstreifen je Richtung bestehen. Unter einer 1,0 bis 6,0 m mächtigen Deckschicht aus tonigem bis feinsandigem Schluff, die streckenweise Schlammablagerungen enthält, stehen aus dem Quartär stammende, weitgestufte Kiessande mit Mächtigkeiten bis zu 12,0 m an. Diese Schicht ist der maßgebende Grundwasserleiter. Darunter finden sich tertiäre Feinsande, die schwach bis stark schluffig ausgeprägt sind und das Grundwasser aufgrund ihrer Kornzusammensetzung und Lagerungsdichte nur schlecht leiten. In beiden Schichten werden Findlinge unterschiedlichster Größe angetroffen. Das Grundwasser steht, je nach Wasserstand des Rheins, bis zur Geländeoberfläche an. Für die Wahl der Gradiente und die Konstruktion der Tunnel und Tröge wurde außerdem das "20-jährige Hochwasserereignis" zugrunde gelegt, unter Berücksichtigung eines Sicherheitszuschlages von 0,5 m. Bedingt durch die geschilderten Grundwasserverhältnisse muss zur Herstellung der Trog- und Tunnelquerschnitte eine wasserdichte Baugrube erstellt werden. Um die Beeinträchtigungen des Grundwasserstroms so gering wie möglich zu halten, sind maximal 240 m lange Bauabschnitte erlaubt. Diese werden als rückverankerte Spundwände, die in die tertiäre Bodenschicht einbinden, ausgeführt. Das eindringende Grundwasser wird in Brunnen gefasst und in speziellen Siekerbecken dem Untergrund wieder zugeführt. In den so geschaffenen Baudocks werden die jeweils 10 m langen, zweizelligen Tunnelblöcke aus wasserundurchlässigem Beton erstellt. Die leicht geneigte Decke der Bauwerke erhält eine zusätzliche Abdichtung unter kreuzenden Straßen und in Bereichen, in denen die Erdüberschüttung < 1 m ist. Die notwendige Auftriebssicherheit wird durch das Eigengewicht der Bauwerke und, wo erforderlich, durch die Erdüberschüttung erreicht. Nach Fertigstellung eines Bauabschnittes werden die Spundbohlen gezogen. Das Grundwasser kann den Tunnel unter- bzw., bei entsprechenden Wasserständen, überströmen. Die Baukosten der Rheinquerung Ilverich von rund 450 Mio. DM (davon 220 Mio. DM für die Tunnelbauwerke) werden privat vorfinanziert, ebenso die Nebenkosten (unter anderem für Grunderwerb) von etwa 30 Mio.

 

  • Land: Deutschland
  • Region: Nordrhein-Westfalen
  • Tunnelnutzung: Verkehr
  • Nutzungsart: Autobahntunnel
  • Bauherr: Bundesrepublik Deutschland
  • Planer: Landschaftsverband Rheinland/Ingenieurgemeinschaft A 44 Rheinquerung llverich
  • Ausführende: Dyckerhoff & Widmann AG, Walter Bau AG, Heilit + Woerner Bau AG, Ed. Züblin AG
  • Bauweise: Offen
  • Vortrieb: Deckelbauweise
  • Anz. Röhren: 1
  • Länge: Rheinschlinge 870 m, Strümp 640 m
  • Gesamtlänge: 1510 m
  • Querschnitt: 3 Fahrstreifen (jeweils 3,50 m) plus Standstreifen (2,40 m) je Röhre
  • Rohbaukosten: rund 220 Mio. DM
  • Bauzeit: 4 Jahre
  • Inbetriebnahme: 2002