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S-Bahn Stuttgart, Untertunnelung Flughafen

Die Deutsche Bahn AG baut die Verlängerung der S-Bahn Stuttgart über die Haltestelle Flughafen hinaus unter dem Flughafengelände hindurch nach Filderstadt- Bernhausen. Die Haltestelle Flughafen und eine daran anschließende Abstellanlage wurden bereits in offener Bauweise hergestellt. Der 2,15 km lange nachfolgende Abschnitt soll bergmännisch aufgefahren werden. Dabei muss u. a. die Start- und Landebahn (S-L-Bahn) des Flughafens unterfahren werden. Vorgesehen sind zwei eingleisige Tunnelröhren in bergmännischer Bauweise, von denen jedoch zunächst nur eine gebaut wird (Baulos 601). Der bergmännische Tunnel wird als Kreisprofil aufgefahren. Der Durchmesser des Lichtraumprofils beträgt 7,0 m, der Ausbruchdurchmesser ca. 8, 70 m. Der überwiegende Teil des Tunnels verläuft in ca. 25 m Tiefe in vergleichsweise gering wasserdurchlässigen, aus Tonschluffstein bestehenden Schichten des Schwarzjura (Lias α). Zur Vermeidung einer temporären Grundwasserabsenkung erfolgt die Sicherung des Tunnels beim Vortrieb mit wasserundurchlässigem Spritzbeton. Die Spritzbetonschale wurde für die Lastfälle Gebirgs- und Wasserdruck bemessen. Mit Hilfe eines instationären Grundwassermodells konnte vor der Auffahrung gezeigt werden, dass ein Wasserzutritt in der Tunnelröhre lediglich im Bereich der Ortsbrust zu keiner nennenswerten Absenkung des Grundwasserspiegels führt. Diese Prognose wird durch Messungen während der Bauzeit bestätigt. Der anschließende ca. 500 m lange Bereich mit dem untertägigen Bahnhof in Filderstadt- Bernhausen (Los 602) wird in offener Bauweise hergestellt. Teilweise reicht die bestehende Bebauung bis unmittelbar an die Baugrube. Der Untergrund besteht hier - wie im gesamten Bereich der offenen Bauweise- zuoberst aus einer bis zu ca. 8 m mächtigen Deckschicht aus Auffüllungen, Filderlehm und Lias-Verwitterungston und darunter aus der einer Wechsellagerung aus Kalk-/Sandsteinbänken und Tonschluff steinen. Die Sicherung der Baugrubenwände besteht im Bereich der Lockergesteinsdeckschicht aus einem mit Vorspannankern rückverhängten Trägerverbau.

 

  • Land: Deutschland
  • Region: Baden-Württemberg
  • Tunnelnutzung: Verkehr
  • Nutzungsart: S-Bahn
  • Auftraggeber: Deutsche Bahn AG
  • Planer: WBI, Dr.-Ing. c. Erichsen
  • Ausführende: Philipp Holzmann AG, Ed. Ast & Bau Ges. m. b. H.
  • Bauweise: Geschlossen
  • Vortrieb: Sprengvortrieb
  • Anz. Röhren: 1 (2. Röhre geplant)
  • Gesamtlänge: 2,6 km
  • Durchmesser: 8,7 m
  • Querschnitt: Kreis