U-Stadtbahn Essen, Nordstrecke-Baulos 34
Das Baulos 34 ist Bestandteil des 8. Teilabschnitts der Stadtbahn Rhein-Ruhr, Bauabschnitt Essen. Es handelt sich um die Fortführung der Nordstrecke in Altenessen, im Anschluss an das Baulos 32/33. Der Bauabschnitt beginnt im Süden, nördlich des U-Bahnhofes Altenessen Bahnhof, und endet im Norden, südlich der Autobahnbrücke der A 42. Der Baubereich ist ca. 2,5 km lang. Im Wesentlichen stehen als Bodenformationen Schluffe und Grobschluffe sowie Mergel an. Dabei liegt der Tunnel z.T. vollständig, andererseits nur mit dem unteren Querschnitt im Bereich des Mergels. Das Grundwasser steht etwa 4 m unter Oberkante Gelände an und darf nicht abgesenkt werden. Die Tunnelröhren werden mit einem Hydroschild (Durchmesser von 8,33 m, Gewicht 600 t und Vorschubkraft 56 000 KN) mit Tübbingausbau aufgefahren. Es wird ein Großquerschnitt gewählt, der es ermöglicht, in den Tunnelröhren die Bahnsteige und die Betriebsräume unterzubringen. Baubetrieblich hat dies den Vorteil, dass weder Aufweitungen noch die Herstellung der Bahnhöfe unter Druckluft erforderlich sind. Zuerst wird die östliche Tunnelröhre vom Startschacht nach Süden bis zum Anschluss an das Baulos 33 aufgefahren. Dort verbleibt der Schildmantel als verlorene Schalung im Boden. Die "Innereien" werden zurückgebaut und im neuen Schildmantel im Startschacht zur Auffahrung der westlichen Röhre wieder benutzt. Trotz vergleichbarer Bodenformationen (Geologie und Hydrologie, Unterfahrung von Gebäuden etc.) zum Baulos 32/33 kommt beim Baulos 34 aus baubetrieblicher Sicht und wegen der gegenüber 1986 weit fortgeschrittenen Separationstechnik anstelle des Erddruckschildes ein Hydroschild zum Einsatz. Erstmalig wird ein sogenannter Zentrumsschneider in Form einer Mikrotunnelmaschine - Durchmesser 1,20 m - eingebaut, der einen eigenen Spülkreislauf hat und unabhängig vom Hauptschneidrad den Boden aufschneidet und eigenständig den Ausbruch zur Austrittsöffnung befördert. Die mit ca. 12 Umdrehungen pro Minute arbeitende Mikromaschine trägt zur erheblichen Entlastung des Zentrums bei. Die gefahrenen Versuche zeigen auf, dass das Drehmoment beim Betrieb ohne Zentrumsschneider um ca. 58 % gegenüber dem Betrieb mit Zentrumsschneider stieg. Ähnliche Werte ergeben sich beim Anpressdruck des Schneidrades, der ohne Zentrumsschneider mit ca. 50 % über den Werten liegt. Im Gegensatz zum Baulos 32/33, wo im Streckenbereich eine zweischalige Bauweise- bestehend aus Extrudier- und Stahlfaserbeton - zur Ausführung kommt, wird die Großröhre beim Baulos 34 mit einer einschaligen Tübbingsauskleidung versehen. Für eine ca. 100 m lange Probestrecke innerhalb des Bauloses 34 wird die Ausführung der Tunnelauskleidung in Stahlfaserbetontübbings vorgesehen.
- Land: Deutschland
- Region: Nordrhein-Westfalen
- Tunnelnutzung: Verkehr
- Nutzungsart: U-Stadtbahn
- Auftraggeber: Stadt Essen, U-Bahn-Bauamt
- Bauweise: Geschlossen
- Vortrieb: Schildmaschine (SM)
- Auskleidung: Stahlbetontübbinge
- Anz. Röhren: 2
- Gesamtlänge: 2 x 2404 m
- Außendurchmesser: 8,33 m entspricht 54,47 m²
- Innendurchmesser: 7,27 m entspricht 41 ,50 m²
- Herstellkosten (Rohbau): 301 Mio. DM
- Bauzeit: 25.10.1990 bis 30.4.1997




