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Mündener Tunnel

In der Nähe der Stadt Münden, südlich des tief eingeschnittenen Werratals direkt neben der Brücke der Autobahn A 7, folgt in Richtung Südwesten auf einen kurzen Voreinschnitt der Mündener Tunnel. Der nördliche Teil des Münden er Tunnels befindet sich im oberen Teil des Mittleren Buntsandsteins, der Solling-Folge und der Hardegsen- Folge. Es werden Verwerfungen und Störungen angefahren, an denen Verschiebungen im Dezimeter- bis Meterbereich stattgefunden haben. Das Gebirge ist gebräch bis druckhaft. Etwa auf halber Strecke des Mündener Tunnels befindet sich das Steinbachtal. Ursprünglich war vorgesehen, das Steinbachtal offen auf einer Spannbetonbrücke zu überqueren. Hierdurch hätten sich statt des langen Mündener Tunnels zwei kürzere Tunnel ergeben. Weil jedoch der Streckenabschnitt in einem Naturpark liegt, wurde auf Anregung Betroffener für das Steinbachtal eine Umplanung durchgeführt. Dabei wurde die Gradiente in diesem Bereich um etwa 35 m abgesenkt, um den Steinbach mit einem Tunnel bei minimaler Firstüberdeckung von etwa 2 m unterqueren zu können. Dies führte dazu, dass aus zwei kürzeren Tunneln ein langer Tunnel wurde. Der Vortrieb erfolgte von drei Seiten gleichzeitig. Etwa in der Mitte des Tunnels wurde im Steinbachtal ein Zwischenangriffspunkt geschaffen, von dem aus Vortriebe in nördlicher und südlicher Richtung liefen. Als max. Firstüberdeckung werden170 m erreicht. Die Vortriebsarbeiten begannen im April 1985. Von der Werra aus wurde auf ca. 500 m Länge ein Gegenvortrieb in der Kalotte durchgeführt. Der Zwischenangriffspunkt im Steinbachtal wurde als Notausgang und als Zugang für Zwecke der Instandhaltung ausgebaut. Die Sohle wird bis auf die Eingangsbereiche, in denen eine stark gewölbte Sohle erforderlich ist, mit einer flach gewölbten Aussteifung gesichert. Die Innenschale wird zum größten Teil 30 cm dick ausgeführt. Eine Kunststofffolie zwischen Innen- und Außenschale dichtet den Tunnel gegen Sickerwasser ab. Der gesamte südliche Abschnitt des Mündener Tunnels wurde in der Hardegsen-Folge des Mittleren Buntsandsteins aufgefahren. Der Vortrieb erfolgte steigend von Süd nach Nord. Die Vortriebsarbeiten begannen im Oktober 1983.

 

  • Land: Deutschland
  • Region: Niedersachsen
  • Tunnelnutzung: Verkehr
  • Nutzungsart: Zweigleisiger Bahntunnel mit ICE-Verkehr
  • Auftraggeber: Deutsche Bahn AG
  • Bauweise: Geschlossen
  • Vortrieb: Sprengvortrieb
  • Anz. Röhren: 1
  • Gesamtlänge: 10 525 m
  • Querschnitt: 124 m²
  • Herstellkosten: 240 Mio. DM
  • Bauzeit: 1983-1989 (60 Monate)
  • Fertigstellung: 1989